Minimax53
Nach dem Bau einiger großer Raketen kam mal wieder die Lust, etwas kleines feines zu bauen. Ich wollte eine Rakete haben, die vom E15 bis H220 alles fliegen kann. Aufgrund der starken Motorisierung kam als Material nur GFK in Betracht.
Der MiniMax53 hat folgende Daten:
Durchmesser 53 mm
Länge: 90 cm
Gewicht: 394 g leer
Download Rocksim File
(Unten auf der Seite kann man ein Video vom Start anschauen!)
Klingt simpel? Der Minimax53 hat aber innere Werte die ihn vom normalen Pappmodell unterscheiden:
Diese kleine Rakete kann mit einem H220W dicht an Mach 1 heranfliegen, Schallgeschwindigkeit.
Die hat einen 29 mm Motormount, der mit einem kleinen Adapter auf 24mm Motoren aufnimmt.
Die Steuerung übernimmt ein Altimax, ist ja klar :-) Die Idee war, damit den Altimax erstmals auf Mach 1 zu bringen um die Aerodynamischen Effekte an dem Höhenmesser testen zu können.
Ich habe zuerst 2 Rohre aus GFK gebaut, daher kommen auch die 53 mm Durchmesser: Ein PVC-Abwasserrohr aus dem Baumarkt diente als Kern. Darüber wurden 3 Lagen Glasschlauch gelegt und mit Schrumpfschlauch verpresst. Nach dem Aushärten wurde geschliffen, mit Porenfüller die Löcher geschlossen und nochmals verschliffen, bis alles ausreichend glatt war. Die Rohre sind sehr dünn und leicht, dafür sehr stabil. Das Gewicht beträgt nur 80 g pro Meter.
Woher nun eine Spitze nehmen? 53 mm ist kein normales Maß, also wieder selber ran: Auf einem Buchenholzkern wurde Balsa aufgeplankt. Dieser Rohling wurde dann auf einer Drechselbank zu einer schönen Spitze geformt. Diese ist natürlich zu schwer für uns, also wurde sie gespachtelt, glattgeschliffen und lackiert. Dieser Rohling wurde dann verwendet um eine Form zu bauen:

In diese Form wurde dann mit Gelcoat als erste Schicht und 2 Lagen 160er Gewebe eine neue GFK-Spitze hergestellt. Hier sieht man eine Hälfte der Form mit der fertigen GFK-Spitze noch darin.

Das Harz wurde dabei blau eingefärbt um Fehlstellen besser sehen zu können. Nach Spachteln und schleifen (die Form hätte besser werden können...) war sie dann glatt und verwendbar. Und: nur 55 g leicht :-)
Die Fins wurden aus einen Sandwich aus Airex und Glasfaser gebacken. Je 2 Lagen 80g-Gewebe sind auf 2 mm Airex auflaminiert, und im Vakuum verpresst. Die Fins sind extrem leicht (alle 3 zusammen 8 g!) aber sehr stabil, ein Probefin ließ sich erst mit einem Hammer zerstören. Airex ist aufgeschäumtes PVC und ist bei R&G erhältlich.
Hier sind dann alle Teile des Modells (ohne Spitze) zu sehen:

Unten links sieht man die Montageplatte des Altimax, 0,8 mm GFK. Spanten sind aus 5mm Flugzeugsperrholz, Motormount aus Pertinax.
Die Montage der Fins wurde wieder wie beim Altimax-Test nach dem Schaum-Verfahren gemacht:
Das GFK-Rohr wurde auf einer Fräsmaschine exakt geschlitzt, die 3 Fins wurden dann durch die Schlitze gesteckt. Der gesamte hintere Bereich wurde dann mit 2K-PU-Schaum ausgefüllt.
Das sieht dann in etwa so aus (hier ein Foto des MiniMAX46):

Die Fins werden so absolut sicher befestigt, mit einem Messer kann man sie aber wieder lösen und austauschen.
Es sind am Rohr keine Fillets mehr vorhanden, alles ist glatt. Voraussetzung ist jedoch ein exaktes Schlitzen des Rohres, da sonst der Schaum herausläuft.
Ans Ende kommt dann ein Sperrholzring, der 2 Einschlagmuttern für den Retainer hat.
Der Retainer wurde aus Alu gefräst, und wird direkt an eine der Muttern geschraubt:

Die Elektronik wurde in eine Kammer eingebaut die durch eine kleine Klappe zugänglich ist. Dort kann man den Altimax leicht einstecken, unter dem Altimax kommt ein kleiner Lipo-Akku, der dank niedriger Selbstentladung das ganze Jahr darin verbleiben kann.

Damit für erste Tests auf ein 24mm-Motor mitfliegen kann wurde ein kleiner aber einfacher Adapter gebaut, dieser nimmt die kleinen Motoren sicher auf:

Das Ergebnis:






